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Regie Umbau

December 22, 2017

Über ein paar recht glückliche Zufälle bin ich Anfang 2016 auf den Akustiker John Brandt aufmerksam geworden. Aus purer Neugier habe ich ihm einen Grundriss und Fotos meiner Regie geschickt und ihn nach seiner Meinung dazu gefragt. Ein Skype-Anruf später und mein Konto war um sein Honorar erleichtert - dafür hatte ich die Pläne für eine komplett neue Regie in der Hand.

 

Ich war mir von Anfang an bewusst, dass wir beim Bau der Regie im 2011 die Bässe ein wenig… optimistisch angegangen sind. Obwohl meine Monitore (Focal Solo) auf dem Datenblatt bis 40Hz runter reichen, war unter 90Hz(!) nicht mehr viel los. Also musste ich mit einem Sub nachhelfen um wirklich so tief zu hören. Und das, was dort unten so ablief war recht wummrig (für etwas gibt’s ja noch gute Kopfhörer).

So fing ich also Anfang März mit meinem Kumpel Mark damit an, die komplette Regie bis auf die Gipswände runter zu demolieren. Nach 2 Tagen Abriss haben wir begonnen, die von John geplanten Module zu bauen. Mit Holz, Stoff, Glaswolle und einem ganzen Reigen neu erworbener Makitas bewaffnet machten wir uns ans Werk.

 

Das Prinzip

Johns Designs beruhen auf seinem “Balanced Non-Environment” Prinzip. Dieses setzt voraus, dass sämtliche Reflexionen mit mehr als 20ms Verzögerung und um 20dB reduziert beim Hörer eintreffen - dadurch können die Reflexionen den Direktschall nicht mehr beeinflussen (Haas-Effekt).
Um dies zu erreichen, werden die Bässe in der Rückwand von getunten Membran-Fallen geschluckt. Höhere Frequenzen werden zuerst an der Rückwand durch Diffusoren gestreut. Danach werden sie, abhängig vom Einfallswinkel, entweder von der Seitenwand zurück geleitet oder gelangen wieder zum Hörer. Soweit die Theorie.

 

Das Resultat

Nach 2 Wochen Umbauzeit und der Hilfe von guten Freunden ging es ans Einmessen der Monitore an den neuen Raum. die Focals kamen wie durch Zauberhand plötzlich auf die versprochenen 40Hz runter. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist die kontrollierte Nachhall-Zeit: 120ms RT60 über das gesamte Spektrum! In der “alten” Regie waren das unter 200Hz gerne mal 500ms und mehr. Der Frequenzgang an der Abhörposition liegt innerhalb +/- 5dB - das kann sich hören und sehen lassen! Selbst “die grossen” Studios haben in ihrer Regie oft viel grössere Löcher im Frequenzgang.

Alles in allem hat sich der Aufwand mehr als gelohnt. Der Raum klingt sehr kontrolliert, ich höre in Reverbs “hinein” und kleinste Veränderungen im Sound sind sofort hörbar. Es ist, als ob sich der Teil meines Hirns, der bislang für psychoakustische Korrektur zuständig war, endlich auf die wichtigen Fragen des Lebens konzentrieren kann: Was gibt’s zu Mittag? Hohoho.

Im nächsten Teil: Byebye Focal, Hello Barefoot!

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